Optimierungswahn - aus meiner Sicht
Shownotes
Kennst du dieses Gefühl, dass es einfach nie genug ist? Egal, wie viel du leistest, wie sehr du dich anstrengst oder wie sehr du dich ständig optimierst – zufrieden bist du trotzdem nicht. Nie.
Genau darüber spreche ich in dieser Folge. Ich erzähle dir, wie ich selbst im Job immer die Erste war, die Ja gesagt hat – in der Hoffnung, dadurch besser dazustehen. Und wie ich gleichzeitig beim Beauty-Doc stand, weil ich hoffte, dass es damit endlich reicht.
Doch all das ändert nichts am Spiegelbild. Hinter dem Optimierungswahn steckt etwas viel Tieferes: die alte Sehnsucht nach Liebe, Anerkennung und Gesehenwerden.
In dieser Folge erfährst du:
- warum Selbstoptimierung kein Lifestyle-Trend ist, sondern ein alter Schutzmechanismus
- wie sich Optimierungsdruck im Job, im Alltag und am eigenen Körper zeigt
- was dein Spiegelbild mit deinem verletzten inneren Kind zu tun hat
- wie du dir heute schon die Anerkennung und Liebe geben kannst, die dir früher gefehlt hat
- eine kurze Übung, mit der du in dich hineinspürst: Wo gehst du gerade über dich selbst hinweg?
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Transkript anzeigen
00:00:02: Herzlich willkommen beim Podcast Dein blinder Fleck.
00:00:07: Ich bin Melanie Fischer, Coach und Mentorin für Trauma und Prägung.
00:00:13: Hier geht es nicht um schöne Worte oder schnelle catchy Hacks, sondern um das, was wir oft nicht sehen können oder sehen wollen, unsere eigenen blinden Flecken.
00:00:26: Alte Muster, Prägungen, und die Autobahnen in deinem Gehirn, die dich immer wieder in denselben Modus ziehen, ins alltägliche funktionieren, egal wie sehr du dich anstrengst, daraus zu kommen.
00:00:42: Hier wird es ehrlich, unverschön und klar für Menschen, die nicht nur durchhalten, sondern sich endlich wieder lebendig fühlen wollen.
00:00:54: Hallo ihr Lieben, heute möchte ich gerne mit euch über das Thema Selbstoptimierung sprechen oder, wie ich es gern auch in meinen Worten sage, über das Gefühl von, es ist einfach nie genug.
00:01:11: Vielleicht kennst du das ja auch selbst, egal wie viel du leistest, wie sehr du dich anstrengst oder wie sehr du dich auch veränderst.
00:01:22: Du bist irgendwie nie zufrieden mit dir oder mit dem erreichten Ergebnis.
00:01:29: Ich finde, Selbstoptimierung ist irgendwie so ein cooler Lifestyle-Trend geworden.
00:01:37: Irgendwie ist es ganz toll und trendy, ständig an sich zu arbeiten.
00:01:43: Man braucht eigentlich gar nicht weit gucken.
00:01:45: Also wenn ich mir auf LinkedIn die Beiträge angucke, dann sehe ich nur wahnsinnig innovative und erfolgreiche Projekte.
00:01:55: Wenn ich auf Instagram gucke, dann sehe ich nur ständig die Aufforderung, mich besser zu machen.
00:02:04: Ob das mein Mindset ist, dass ich dauernd optimieren sollte, Ob es der Fitness-Trend ist, den ich mitmachen sollte, weil dann bin ich definitiv fitter.
00:02:14: Ob es die Nahrungsergänzungsmittel sind, weil dann bin ich gesünder.
00:02:18: Ob es die Creme ist, die mich zehn Jahre jünger macht.
00:02:22: Ständig habe ich das Gefühl von, ich muss besser werden.
00:02:27: So wie ich bin, bin ich nicht genug.
00:02:31: So wie ich bin, reicht es einfach nicht.
00:02:35: Und dieses Gefühl, das kenne ich so, so gut, ob das jetzt im Job ist.
00:02:40: Das nächste Projekt, die nächste Aufgabe oder das man einspringen musste.
00:02:45: Ich war die, die die Hand hob.
00:02:47: Obwohl es vielleicht auch in mir schrie, bist du wahnsinnig?
00:02:51: Wieso ist das noch irgendwie jetzt mit einbauen?
00:02:55: Du bist doch schon oberkant der Unterlippe.
00:02:57: Aber weißt du, Hochfunktionalität, das kann ich richtig, richtig gut.
00:03:04: Ich funktioniere immer, aber das will ich nicht mehr, denn ich möchte jetzt leben und nicht mehr funktionieren.
00:03:14: Und ja, auch ich war wahnsinnig anfällig, was das Thema Selbstoptimierung angeht.
00:03:22: Auch ich war beim Beauty Talk.
00:03:24: Auch ich habe mir die Falten wegspritzen lassen.
00:03:27: Auch ich wollte neue Brüste.
00:03:30: nach der Schwangerschaft.
00:03:31: Ich muss sagen, glücklicherweise hatte ich einen unglaublich tollen Arzt, der es mir quasi ausgeredet hatte.
00:03:38: Denn es ging nicht um neue Brüste oder um ein faltenfreies Gesicht und auch nicht um die teuren Klamotten, die ich gekauft habe, um Trendy zu sein.
00:03:50: Denn es ging um etwas viel tieferes.
00:03:55: denn sind wir mal ehrlich?
00:03:57: Was ist denn dann, wenn ich faltenfreier, schöner, trendiger bin, wenn ich super erfolgreich bin im Job?
00:04:08: Bin ich dann endlich zufrieden oder reicht es immer noch nicht?
00:04:13: Um was es eigentlich geht, liegt nämlich so viel tiefer.
00:04:18: Und speziell bei mir ging es um, ich möchte dazu gehören.
00:04:23: Ich möchte mich nicht alleine fühlen.
00:04:25: Ich möchte mich nicht falsch oder sonderbar oder anders fühlen.
00:04:30: Ich möchte auch so sein wie die anderen.
00:04:33: Ich möchte auch gesehen werden, geliebt werden.
00:04:37: Und mit einem faltenfreien Gesicht oder mit einem Mega-Chop liebt man mich vielleicht ein bisschen mehr.
00:04:47: Weißt du, wenn wir in den Spiegel gucken, dann sehen wir grundsätzlich eher die Marke, alles das, was uns nicht gefällt, das, was wir nicht haben möchten oder wir können es aufs ganze Leben ausbreiten.
00:05:03: Wir sehen das, was wir noch nicht erreicht haben, wo ich mich nur noch mehr anstrengen muss, damit ich dies oder jenes auch dann haben kann.
00:05:15: Was uns Nicht bewusst ist, ist, dass wir nicht alleine vor dem Spiegel stehen.
00:05:20: Denn mit uns steht dieses kleine verletzte Kind, das schon damals alles getan hat, um endlich gesehen zu werden, um geliebt zu werden.
00:05:37: Ohne, dass wir es merken, schauen wir aus den Augen dieses verletzten Kindes.
00:05:46: Das ist jetzt kein Versagen oder irgendein Fehler, den wir vielleicht wieder durch Selbstoptimierung ausmerzen könnten.
00:05:56: Das ist schlichtweg unser Nervensystem.
00:06:00: Es möchte uns schützen.
00:06:03: Denn wir haben als Kind schon gelernt, wenn ich mich anstrenge, wenn ich brav bin, wenn ich das mache, was die anderen von mir wollen.
00:06:15: Wenn ich vielleicht auch ruhig bin, dann werde ich gesehen, dann werde ich geliebt, dann kriege ich vielleicht diese Anerkennung, diese Nähe, die ich mir so sehr wünsche.
00:06:31: Das Schöne ist, dass wir das, was wir damals nicht bekommen haben, weil unsere Eltern, unsere Bindungspersonen Einfach nicht in der Lage waren uns mehr zu geben.
00:06:45: Sie konnten nicht anders.
00:06:47: Und wenn ich dieses Thema interessiert, dann höre gerne auch meine Podcast-Folge dazu, Monster-Mama.
00:06:54: Wenn wir also nicht das bekommen haben, was wir gebraucht hätten, nämlich Sicherheit und Bindung, dann haben wir jetzt die Möglichkeit, es uns selber zu geben, uns sozusagen als Erwachsene nachzubeeltern.
00:07:10: und das ist gar nicht so schwierig, wie es sich anhört, denn es geht einfach darum, sich selber zu sehen, in sich reinzuhören, sage ich vielleicht gerade ja, obwohl ich nein meine.
00:07:26: Übergehe ich mich gerade im Moment wieder selber, weil ich für andere wieder leiste, aber für mich habe ich keine Zeit.
00:07:36: Und dann nimm dir gerne diese Zeit.
00:07:39: meine berühmte Tasse Kaffee ohne Handy.
00:07:44: Und ich werde nicht müde, das immer wieder zu sagen, weil es für mich so entscheidend ist.
00:07:51: Einfach diese fünf Minuten für mich, egal wie diese aussehen.
00:07:55: Ob du kurz rausgehst jetzt in diesem schönen Herbstwetter und einfach mal das Gesicht in die Sonne streckst.
00:08:03: Oder ob du dich einfach für einen Moment auf die Couch legst oder eben einen Moment einfach deinen Handy weglickst und raus guckst.
00:08:14: Egal was es ist, es soll dir signalisieren, ich sehe mich, ich sehe dieses verletzte Mädchen, diesen verletzten Jungen in mir und ich bin da für sie oder ihn.
00:08:30: Eine schöne Möglichkeit ist Es sich auszukotzen.
00:08:35: Wenn am alles zu viel ist, dann kotzt dich aus.
00:08:39: Entweder indem du eine Freundin anrufst und wenn das nicht geht, weil dir das Thema vielleicht zu peinlich ist oder gerade niemand erreichbar ist, dann schreib dir selber.
00:08:51: oder noch besser sprich dir eine Sprachnachricht drauf.
00:08:55: Hat den Vorteil, du kotzt dich im Effekt aus.
00:08:59: Und im Nachgang kannst du es nochmal anhören und dabei super reflektieren und wirklich mal lauschen.
00:09:08: Was ist das eigentlich, was du gebraucht hättest?
00:09:12: Wenn du jetzt sagst, danke, mir reicht's jetzt, dann sage ich auch vielen Dank fürs Zuhören.
00:09:19: Und wenn du jetzt mit mir weitergehen möchtest und vielleicht wirklich in dich hinein lauschen möchtest, wo du dich übergehst.
00:09:29: Dann leide ich dich dazu ein, es dir so gut wie es geht, bequem zu machen.
00:09:37: Und dann atme einmal tief ein, halte für einen Moment und atme gerne mit so einem richtigen Säuften wieder aus.
00:09:52: Noch einmal tief ein, kurz halten und atme wieder aus.
00:10:05: Wenn es für dich passt und angenehm ist, dann schließ auch gerne deine Augen und dann spür einmal, wie geht's dir gerade?
00:10:23: Und vielleicht magst du dich mit deiner inneren Stimme einmal fragen, wo werde ich gerade nicht gesehen?
00:10:39: habe ich das Gefühl, irgendwie gehen gerade alle über mich drüber, wo habe ich dieses Gefühl, keiner merkt, wie es mir eigentlich wirklich geht.
00:10:56: Schau mal, ob vielleicht auch innere Bilder bei dir auftauchen, Gedanken, die entstehen.
00:11:07: Zum Beispiel in der Arbeit, in dem du immer leistest, immer vielleicht die Beste der Beste bist, dich so sehr anstrengst und keiner sieht es.
00:11:26: Oder in der Situation zu Hause, du kümmerst dich, du machst du, hältst alle Fäden in der Hand, aber keiner fragt dich, wie geht's dir eigentlich?
00:11:45: oder vielleicht kennst du es auch in Freundschaften.
00:11:49: Du bist der oder diejenige, die immer zuhört, die immer ein offenes Ohr hat, aber für dich hat keiner Zeit.
00:12:04: Wo fühlst du dich gerade?
00:12:07: komplett unverstanden?
00:12:11: Vielleicht in Streit-Situationen, wo du dich klein fühlst?
00:12:19: Unverstanden, vielleicht auch schuldig.
00:12:25: Wo wünsche ich mir so sehr, dass mich endlich wirklich jemand sieht, ohne dass ich dafür irgendwas tun muss?
00:12:41: Wo von wünsche ich mir mehr?
00:12:47: Was ist das eigentlich, was ich brauche?
00:12:52: Ist es mehr?
00:12:55: Gehalten werden?
00:12:57: Ist es mehr gesehen werden?
00:13:03: Ist es mehr gehört werden?
00:13:09: Ist es mehr unterstützt zu werden?
00:13:16: Ist es mehr geliebt zu werden?
00:13:22: Fehlen mir vielleicht Worte der Anerkennung und der Wertschätzung.
00:13:33: und dann spüre einmal und atme tief ein und aus.
00:13:44: und dann schau mal, ob du dir vielleicht auch heute noch selbst etwas davon geben kannst, indem du dir vielleicht selbst diese Worte sagst, indem du dir vielleicht selbst diese Zeit schenkst.
00:14:10: die du dir so sehr wünscht, indem du dir vielleicht selbst eine Umarmung schenkst, indem du dir vielleicht eine kleine Nachricht schreibst, mit lieben, aufbauenden, wertschätzenden und anerkennenden Worten.
00:14:37: Schau einfach, wo du dir selbst Gutes tun kannst, wo du Vielleicht heute noch gut für dich sorgen kannst.
00:14:50: Fünf Minuten reichen.
00:14:54: Und vielleicht ist es auch ein, heute mach ich mal nicht mal schnell irgendetwas fertig, sondern heute mach ich bewusst langsam.
00:15:10: Das war dein blinder Fleck.
00:15:13: Ehrlich, unverschön und klar.
00:15:16: Danke, dass du dabei warst.
00:15:18: Wenn dir diese Folge gefallen hat, abonniere den Podcast und teile ihn gerne mit Menschen, die mehr wollen, als nur durchzuhalten.
00:15:27: Alle Infos zu meinen Angeboten und den direkten Link zur Website findest du in den Shownotes.
00:15:32: Wir hören uns in der nächsten Folge.
00:15:34: Ich freue mich auf dich.
00:15:36: Bis bald.
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